18.03.2018

Disziplin und Kultur

Die Immanuel-Kant-Stiftung steht der AfD nahe. Es wäre vielleicht ganz hilfreich, wenn die AfD, statt sich mit Namen zu schmücken, unseren alten Königsberger Philosophen auch mal lesen würde (was allerdings nicht heißt, dass jetzt alle Menschen, die der AfD nicht nahe stehen, auf Kant verzichten dürfen).
Kant schreibt in seiner Kritik der reinen Vernunft:
Wo aber die Schranken unserer möglichen Erkenntnis sehr enge, der Anreiz zum Urteilen groß, der Schein, der sich darbietet, sehr betrüglich, und der Nachteil aus dem Irrtum erheblich ist, da hat das Negative der Unterweisung, welches bloß dazu dient, um uns vor Irrtümer zu verwahren, noch mehr Wichtigkeit, als manche positive Belehrung, dadurch unser Erkenntnis Zuwachs bekommen könnte. Man nennet den Zwang, wodurch der beständige Hang, von gewissen Regeln abzuweichen, eingeschränkt, und endlich vertilget wird, die Disziplin. Sie ist von der Kultur unterschieden, welche bloß eine Fertigkeit verschaffen soll, ohne eine andere, schon vorhandene, dagegen aufzuheben. Zu der Bildung eines Talents, welches schon vor sich selbst einen Antrieb zur Äußerung hat, wird also die Disziplin einen negativen, die Kultur aber und Doktrin einen positiven Beitrag leisten. (B 737 | A 709)
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